top of page
2019_01_Schnittstellen_309 Kopie.jpg
Tanzsen_2025-1100.jpg

TANZsen.

Was bleibt, wenn der Körper nicht mehr dem Bild entsprechen muss, das wir von ihm haben?

TANZsen. ist eine Begegnung mit Bewegung, Zeit und Körpern, die viel erlebt haben. 2008 von mir ins Leben gerufen, ist aus einer Gruppe von 15 Tänzerinnen und Tänzern im Alter von 58 bis 83 Jahren über die Jahre ein eigenes künstlerisches Universum entstanden.

Hier wird getanzt.

Nicht gegen das Alter. Nicht trotz des Alters. Sondern mit ihm.

Körper erinnern sich. Sie tragen Geschichten, Erfahrungen, Verletzlichkeiten und Kraft.

Manches ist unmittelbar, anderes hat sich tief eingeschrieben.

Im Tanz beginnt dieses Erlebte sich zu bewegen – manchmal leise, manchmal kraftvoll, manchmal überraschend.

Raum, Zeit, Gewicht, Kraft und Fluss werden zu Spielpartnern.

Eine Bewegung entsteht, verändert sich, verliert ihre Richtung und findet eine neue. Grenzen werden spürbar, werden untersucht, verschoben.

Und manchmal überschritten.

In meiner choreografischen Arbeit interessiert mich dabei nicht die möglichst perfekte Bewegung.

Mich interessiert die Bewegung, die aus einem bestimmten Körper heraus entsteht.

Eine Bewegung, die etwas von diesem Menschen erzählt – von seiner Geschichte, seiner Eigenart, seiner Kraft und auch von dem, was sich verändert hat.

Ich suche nach Momenten, in denen Bewegung nicht mehr bloß Bewegung ist.

In denen etwas aufscheint, das sich nicht erklären lässt und gerade deshalb berührt. Ich gebe Impulse, stelle Aufgaben, provoziere Begegnungen und öffne Räume, in denen die Tänzerinnen und Tänzer ihre eigenen Möglichkeiten entdecken können. Aus diesem Wechselspiel zwischen meiner choreografischen Handschrift und der Individualität jedes einzelnen Körpers entsteht die gemeinsame Sprache von TANZsen.

Fünfzehn unterschiedliche Menschen werden zu einem Ensemble, ohne ihre Eigenheiten aufzugeben. Persönliches findet seinen Platz in einer gemeinsamen Form. Erinnerungen, Gefühle und Erlebtes werden körperlich.

Es entstehen Bilder, Beziehungen, Reibungen, Leichtigkeit – und immer wieder etwas Unvorhergesehenes.

Vielleicht ist genau dort Tanz.

In einer immer jungen, inklusiven Welt bleibt „das Alter“, so scheint es zuweilen, der blindeste aller Flecken und zugleich der wundeste aller Punkte.

TANZsen. widerspricht diesem Blick.

Nicht mit Worten, sondern mit Tanz und Bewegung.

Mit Präsenz. Mit Wucht. Mit Zartheit. Mit Humor. Mit der Lust am Risiko. Und mit der Behauptung, dass ein Körper nicht weniger interessant wird, nur weil er älter wird. Vielleicht wird er sogar interessanter.

„Seniorentanztheater“?

Ein Begriff, der versucht, etwas einzuordnen, das sich nicht so leicht einordnen lässt.

Ich möchte das Publikum einladen, diesen Begriff neu zu sehen. Oder ihn für einen Moment einfach beiseitezulegen.

Und den Menschen beim Tanzen zuzusehen.

„…Zusammen beeindrucken sie mit der bewundernswürdigen Bewegungseleganz ihrer Körper einerseits, der in sich ruhenden Ausdrucksstärke ihrer Persönlichkeit andererseits …“

Neue Westfälische Zeitung

TANZsen-444.jpg
TANZsen-469.jpg
Tanzsen_2025-1348.jpg
2019_01_Schnittstellen_175 Kopie.jpg
  • w-facebook
  • Twitter Clean
  • w-youtube

© 2023 Klassische Musik. Erstellt mit Wix.com.

IMG_4975.JPG
bottom of page